WESTENRIEDER,L.v., Hundert Sonderbarkeiten. München 1824
Hundert Sonderbarkeiten oder das neue München im Jahre 1850. München, bey Jakob Giel, 1824.
8vo. Tb., 172 (recte: 206) S. Originale Broschur. (Ebd. repariert, Tb. mit kl. Fleck am Kopfsteg).
Lorenz von Westenrieder (1748-1829), der bedeutende bayerische Historiker, wählte für seine Erzählung einen literarischen Kniff: der Berichterstatter erwacht nach einem langen Schlaf im Alten Botanischen Garten in München und findet sich im Jahr 1850 wieder. In Form von 100 kleinen Skizzen und Beobachtungen schildert er das veränderte Stadtbild und das zukünftige gesellschaftliche Leben. Das Buch spiegelt eine späte Wandlung im Denken des Autors wider: während Westenrieder in jungen Jahren ein radikaler Vorkämpfer der Aufklärung war, blickt er im Alter von 76 Jahren zunehmend skeptisch auf den modernen Wandel. In den Sonderbarkeiten plädiert er humorvoll bis wertkonservativ für eine Rückbesinnung. Er entwirft unter anderem Visionen von einer Rückkehr der Jesuiten, veränderten Schulen, einer strengeren Ordnung der Stände und einer moralischen Sittenänderung der Münchner Bürger. Im Jahre 1828 ließ er noch eine Fortsetzung folgen unter dem Titel ‚Das neue München und Bayern im Jahre 1850‘.
Bestellnummer: 31762AB
Antiquariat: EUR 140,--
