Sachsen, 1656: PROCESS und GERICHTS ORDNUNG. Dresden 1656

Sachsen, 1656 – PROCESS und GERICHTS ORDNUNG.

Process und Gerichts Ordnung / Des Durchlauchtigsten Hochgebornen Fürsten und Herrn / Herrn Johann Georgen / Hertzogen zu Sachsen / Jülich Cleve und Berg etc. Darnach man sich in allen Jhrer Churfürstl. Durchl. Landen und dero Ober- und Unter Gerichten / sonderlich bey ordentlichen Rechts Processen gleichförmig zuachten. Dreßden, verlegt durch Christian Bergen, 1656.

8vo. Tb., 3 Bll., 178 S., 2 Bll. Schlichter Pappband des 19. Jahrhunderts mit Buntpapierbezug und handschr. Rückentitelschild. Schöner Zustand!

Die Kursächsische Process- und Gerichtsordnung ist ein Meilenstein der deutschen Rechtsgeschichte. Sie prägte das Zivilprozessrecht im Kurfürstentum Sachsen und weit darüber hinaus. Die grundlegende ‘Process- und Gerichtsordnung’ wurde von Kurfürst Johann Georg I. am 28. Juli 1622 erlassen und soll eigentlich aus der Feder des Leipziger Juristen Hartmann Pistoris (1543-1603) stammen. Sie vereinheitlichte das Verfahrensrecht für Ober- und Untergerichte im Land. Das Jahr 1656 markiert das Todesjahr von Kurfürst Johann Georg I. (er verstarb am 8. Oktober 1656). In dieser Zeit wurden amtliche Ausgaben, Sammlungen oder Bestätigungen der geltenden Gerichtsordnung unter seinem Namen gedruckt oder für die Nachfolger neu aufgelegt, so wie die vorliegende Ausgabe. Die Ordnung regelte den Ablauf gerichtlicher Streitigkeiten: dazu gehörten Zuständigkeiten, Fristen, Beweisaufnahmen und Zeugenbefragungen. Sie enthielt zudem präzise Regeln zur Vollstreckung (Execution) von Urteilen, etwa wie Schulden durch Zugriff auf bewegliche Güter, Immobilien oder durch Haft eingetrieben werden durften. Sachsens Rechtsordnung galt damals als hochmodern. Sie diente vielen anderen deutschen Territorien über das gesamte 17. und 18. Jahrhundert hinweg als direktes Vorbild für die eigene Gesetzgebung. Im Jahre 1724 wurde die Gerichtsordnung unter Kurfürst Friedrich August I. (August der Starke) umfassend als ‘Erläuterung und Verbesserung der bisherigen Prozeßordnung’ aktualisiert, basierte im Kern jedoch weiterhin auf dem Fundament von Johann Georg I.

Order Number: 31788AB

Rare Book: EUR 300,--