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GRIEBNER,M.H., Discurs zur verbesserten Prozess-Ordnung. Leipzig 1780

Griebner, Discurs zur Erläuterung der Proceß-Ordnung. Leipzig 1780

GRIEBNER, Michael Heinrich,

Discurs zur Erleuterung der Churfürstl. Sächsischen alten, und verbesserten Proceß-Ordnung von fleißigen Zuhörern in seinem Collegio nachgeschrieben und collationiret, nebst einer Vorrede vom vortrefflichen Nutzen desselben von Johann Ehrenfried Zschackwitz auch neuen Zusätzen und Verbesserungen von Christian Wilhelm Küstnern. Andre Auflage. Leipzig, bey Johann Samuel Heinsius, 1780.

8vo. Tb., 7 Bll., 590 S., 1 Bl., (Beylage einiger churfürstl. Sächsischen Mandate:) 94 S., 28 Bll. Zeitgenössischer Halblederband mit Lederecken und Buntpapierbezug, geprägtem Rückentitelschild und schönem Rotschnitt. Schöner Zustand!

Eines der beliebtesten Lehrbücher zum Prozeßrecht der Zeit, ganz in deutscher Sprache verfasst! – Das Buch befasst sich als Kommentar (‘Discurs’) mit der sächsischen Zivilprozessordnung. Es erklärt und vergleicht die älteren sächsischen Verfahrensvorschriften mit den damals ‘verbesserten’ (reformierten) gesetzlichen Regelungen des Kurfürstentums Sachsen. Spätere Ausgaben und Verweise im 18. Jahrhundert (wie im berühmten Zedler-Lexikon) unterstreichen den anhaltenden Einfluss von Griebners Rechtsauslegungen. – Griebner (1682-1734) war Professor der Universitäten Leipzig und Wittenberg sowie königlich-polnischer und kurfürstlich-sächsischer Hof- und Justizrat. In Wittenberg Kollege von Berger und Wernher, verfasste er eines der beliebtesten Lehrbücher zum Prozeßrecht dieser Zeit, ganz in deutscher Sprache verfasst. Die Entwicklung der Wittenberger Rechtfakultät erfährt mit Griebner eine weitere Steigerung: von Lyncker zu Berger und Wernher, dann zu Griebner. Die Wittenberger Fakultät suchte stark die Anbindung an das Ius Romanum und wandte sich gegen die aus Halle und vor allem von Thomasius geförderte Tendenz gegen das Ius Romanum. Die kursächsische Praxis gewann wieder eine führende Rolle! – Vgl. Stintzing-L. III,1, 156f., mit Lob für Griebner und auch dessen prozessrechtliches Lehrbuch. “… es zeichnet sich aus durch übersichtliche Anordnung, sowie durch eine sorgfältige Auswahl beigegebener Auszüge aus Spruchsammlungen und Schriftstellern”.

1682: geboren am 14. Oktober zu Leipzig, Stiefsohn des Leipziger Ordinarius Lüder Mencken (1658-1726)

1703: Nach Rechtsstudium in Leipzig dort Promotion zum Dr. iur.

1707: Professor der Rechte in Wittenberg

1717: Archiv-, Hof- und Justizrat in Dresden

1726: Annahme eines Rufes an die Universität Leipzig

1734: gestorben am 19. Februar in Leipzig

Order Number: 31992AB

Rare Book: EUR 360,--