WEBER,A.D., Ueber die Rückanwendung positiver Gesetze. Hannover 1811
Ueber die Rückanwendung positiver Gesetze, mit besonderer Hinsicht auf neuere Gesetzveränderungen deutscher Staaten. Hannover, bei den Gebrüdern Hahn, 1811.
8vo. XX, 218 S., 1 Bl. (Druckfehler). Zeitgenössischer Halblederband mit Lederecken, Buntpapierbezug, geprägtem Rückentitelschild und schönem Rotschnitt. (St.a.Tb.-Rückseite und 1. Bl. der Vorerinnerung).
Auseinandersetzung mit dem Rückwirkungsverbot! – Weber setzt sich theoretisch und dogmatisch mit einer der Kernfragen des Rechts auseinander: dem Rückwirkungsverbot und den Grenzen der zeitlichen Anwendbarkeit neuer Gesetze auf bereits in der Vergangenheit liegende Sachverhalte. Die Schrift entstand in einer Ära tiefgreifender politischer und rechtlicher Umbrüche in Deutschland, geprägt von den napoleonischen Kriegen und der Einführung des Code civil in vielen deutschen Territorien (den ‘neueren Gesetzveränderungen’). Webers Thesen lösten in der damaligen Rechtswissenschaft heftige Diskussionen aus und wurden in der Folgezeit unter anderem von dem berühmten Rechtsgelehrten Friedrich Carl von Savigny in dessen ‘System des heutigen römischen Rechts’ kritisch besprochen. Wegen seiner streitbaren Ansichten wurde die Abhandlung im wissenschaftlichen Diskurs scherzhaft oder kritisch auch als ‘Weber-Irrungen’ bezeichnet. Adolph Dieterich Weber (1753–1817) war Professor an den Universitäten Kiel und Rostock.
Order Number: 32039AB
Rare Book: EUR 100,--

