VOSS,S.M.v., Neunundsechszig Jahre am Preußischen Hofe. Leipzig 1876
Neunundsechszig Jahre am Preußischen Hofe. Aus den Erinnerungen der Oberhofmeisterin. Leipzig, Verlag von Duncker & Humblot, 1876.
8vo. 440 S., 1 Bl. (Stammbaum). Mit Kupfer-Porträt der Oberhofmeisterin. Zeitgenössischer Halbleineneinband mit Buntpapierbezug. (Vorsätze erneuert, schöner Zustand).
Erste Ausgabe der postumen Veröffentlichung. – Die Gräfin von Voß (geborene von Pannwitz, 1729-1814) erlebte die Regierungszeiten von vier preußischen Herrschern und den dramatischen Wandel Europas während der Napoleonischen Kriege. Besondere historische Bedeutung erlangte sie durch ihre privaten Aufzeichnungen. Ihr postum im Jahr 1876 veröffentlichtes Tagebuch gilt bis heute als eine der wichtigsten und detailliertesten Primärquellen über das intime Hofleben, die politischen Intrigen und die Kultur des preußischen Staates an der Wende zum 19. Jahrhundert. Sie kam bereits 1744 mit nur 15 Jahren als Hofdame der Königin-Mutter Sophie Dorothea an den Berliner Hof. Um den Annäherungsversuchen des Prinzen August Wilhelm (Bruder Friedrichs des Großen) zu entgehen, heiratete sie 1751 ihren Vetter Johann Ernst Graf von Voß. Sie verbrachte anschließend drei Jahrzehnte im Dienst von Elisabeth Christine, der Gemahlin Friedrichs des Großen. Nach dem Tod ihres Mannes übernahm sie 1793 das Amt der Oberhofmeisterin der späteren Königin Luise von Preußen. Sie wurde deren engste Beraterin, Vertraute und mütterliche Freundin. Im Jahr 1800 wurde sie von König Friedrich Wilhelm III. offiziell in den Grafenstand erhoben.
Bestellnummer: 31746AB
Antiquariat: EUR 120,--
