LUDOVICI,J.F., Doctrina Pandectarum. 08.A. Halle 1743
Doctrina Pandectarum, ex ipsis fontibus legum Romanarum depromta et usui fori accommodata. Accessit Historia Pandectarum, nec non Io. Iac. Wissenbachii Emblemata Triboniani, denuo revisa. Editio VIII. emendatior. Halae Magdeburgicae (= Halle an der Saale), typis & impensis Orphanotrophei, 1743.
Kl.-8vo. Ganzseitiges Titelkupfer, Tb. in Rot-Schwarz-Druck mit Vignette, 7 Bll., 48, 784 S., 52 Bll. (Index), (ANGEBUNDEN:) Ioh. Iac. WISSENBACH, Emblemata Triboniani, sive leges a triboniano interpolatae, & ad noui iuris rationem inflexae reuisa a Iac. Frid. Ludovici. Tb., 214 S., 5 Bll. Schlichter, zeitgenössischer Pappband. (Ebd. etw. berieben).
Lehrbuch des Pandektenrechts, das an Stryks Standpunkt anknüpft! – Aufgrund seiner Übersichtlichkeit entwickelte sich das Werk im 18. Jahrhundert zu einem der erfolgreichsten und am weitesten verbreiteten Lehrbücher an deutschen Universitäten, insbesondere im preußischen Raum. Ludovici knüpfte methodisch an die Denkschule des Juristen Samuel Stryk und den Usus modernus pandectarum an. Ziel war es, das alte römische Recht für die zeitgenössischen Anforderungen des 18. Jahrhunderts bzw. die gerichtliche Praxis (usui fori) nutzbar zu machen. Das Buch war so populär, dass es über Jahrzehnte hinweg immer wieder neu aufgelegt, überarbeitet und in Vorlesungen genutzt wurde. Neben der systematischen Darstellung des römischen Rechts enthielten spätere Editionen oft zusätzliche Anhänge, wie eine historische Einleitung (Historia Pandectarum) und die Emblemata Triboniani von Johann Jakob Wissenbach. Das Buch zeichnete sich durch eine klare, kurze und leicht verständliche Sprache aus. Damit grenzte es sich von den oft überladenen juristischen Werken seiner Zeit ab. – Ludovici (1671-1723), Thomasiusschüler, wurde Professor der Rechte in Halle, wechselte später an die Universität Gießen, deren Vizekanzler er zeitweise war. Er nahm den Gedanken von Thomasius auf, den juristischen Unterricht in deutscher Sprache abzuhalten. Seine Lehrbücher, überwiegend in deutscher Sprache verfaßt, wurden zu den erfolgreichsten und auflagenstärksten überhaupt im 18. Jahrhundert. Nur wenige Hochschullehrer konnten sich zu seiner Zeit mit den akademischen Lehrerfolgen eines Ludovici messen. – Vgl. Stintzing.-L., III,1, 135f.
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