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COCCEJI,S.v., Project des Corporis Juris Fridericiani. 02.A. Halle 1750-51

Cocceji, Project des Corporis Juris Frid. 2.A. Halle 1750-51
Cocceji, Project des Corporis Juris Frid. 2.A. Halle 1750-51
Samuel von Cocceji - Porträt

Preußen – (COCCEJI, Samuel von),

Project des Corporis Juris Fridericiani, das ist Sr. Königl. Majestät in Preussen in der Vernunft und Landes-Verfassungen gegründetes Land-Recht, worinn das Römische Recht in eine natürliche Ordnung, und richtiges Systema, nach den dreyen Objectis Juris gebracht: Die General-Principia, welche in der Vernunft gegründet sind, bey einem ieden Objecto festgesetzet, und die nöthigen Conclusiones, als so viel Gesetze, daraus deduciret: Alle Subtilitäten und Fictiones, nicht weniger was auf den Teutschen Statum nicht applicable ist, ausgelassen: Alle zweifelhafte Jura, welche in den Römischen Gesetzen vorkommen, oder von den Doctoribus gemacht worden, decidiret, und solchergestalt Ein Jus Certum und Universale in allen dero Provintzen statuiret wird. Zweyte Auflage. 2 Tle. in 1 Band. Halle, in Verlegung des Waysenhauses, 1750-1751.

Fol. Tb., 14 S. (Vorrede), 160 S., Tb. (zweyter Theil:), 12 S. (Vorrede), 2 Bll., 292 S. Zeitgenössischer Halblederband mit Buntpapierbezug und repräsentativem Pappschuber. Schöner Zustand!

Zweite Ausgabe des großen Reformwerkes, das den Beginn der großen preußischen Justizreform markiert! – Das Project des Corporis Juris Fridericiani (vorgestellt ab 1749 bis 1751) war der erste große Versuch unter König Friedrich II. (dem Großen), das preußische Privatrecht grundlegend zu reformieren und zu kodifizieren. Die Pläne zur Verbesserung des gesamten Justizwesens hatte Friedrich der Große von seinem Vater Friedrich Wilhelm I. übernommen. Ausbildung der Richter, Verbesserung des Justizwesens und vor allem Verkürzung des Rechtsganges, insbesondere des Instanzenweges, waren Hauptziele der Reform. Geleitet wurde die Arbeit von dem preußischen Großkanzler Samuel von Cocceji. Ziel war die Schaffung eines ‚Jus Certum und Universale‘ – eines sicheren und einheitlichen Rechts für alle preußischen Provinzen, begründet in der ‚Vernunft‘ und den jeweiligen Landesverfassungen. Cocceji versuchte, das traditionelle Römische Recht in eine ‚natürliche Ordnung‘ und ein klares System zu bringen. Er orientierte sich dabei an den drei klassischen Objekten des Rechts (personae, res, actiones – Personen, Sachen, Klagen). Im Gegensatz zum damals üblichen lateinischen Gelehrtenrecht wurde das Werk bewusst in deutscher Sprache verfasst, um für die Bürger verständlicher zu sein. – Obwohl Teile des Entwurfs (insbesondere Teil 1 und Teil 2) publiziert wurden, trat das Gesetzbuch nie flächendeckend in Kraft. Friedrich der Große lehnte Coccejis Entwurf letztlich ab. Dem König war der Text noch zu stark im Römischen Recht verhaftet, zu juristisch-abstrakt und nicht populär genug formuliert. Friedrich wünschte sich ein klares, kurzes Recht ohne fremde (römische) Rechtsinstitute. Obwohl das ambitionierte Gesetzesprojekt scheiterte, ebnete es den Weg für das spätere Allgemeine Preußische Landrecht. Nach dem Tod Coccejis und dem Scheitern des Entwurfs ruhte die Rechtsreform zunächst für einige Jahre. Unter Großkanzler von Carmer und dem Juristen Carl Gottlieb Svarez wurde die Justizreform dann weiter vorangetrieben. Das Ergebnis war das Corpus Iuris Fridericianum von 1781, das als Zivilprozessordnung in Kraft trat. Die Arbeit am materiellen Recht wurde komplett neu aufgerollt. Dies führte schließlich unter Friedrich Wilhelm II. zum berühmten Allgemeinen Landrecht für die Preußischen Staaten (ALR). – Samuel von Cocceji (1679-1755) hat entscheidend den Beginn der Justizreform des Aufklärungszeitalters in Preußen mitgeprägt. Nach seinem Studium der Rechtswissenschaft in Frankfurt an der Oder, der 1703 erfolgten Doktorpromotion und der Ernennung zum Professor ordinarius im Jahre 1702 trat Cocceji im Jahre 1704 in den preußischen Justiz- und Verwaltungsdienst. In den Jahren 1711-1713 war er der Vertreter Preußens an der Visitation des Reichskammergerichts.

Bestellnummer: 32022AB

Antiquariat: EUR 900,--