WINDSCHEID,B., Zur Lehre des Code Napoleon. Düsseldorf 1847
Zur Lehre des Code Napoleon von der Ungültigkeit der Rechtsgeschäfte. Düsseldorf, Verlag von Julius Buddeus, 1847.
8vo. XI, 2 Bll., 346 S., 1 Bl. (Druckfehler). Zeitgenössischer Halblederband mit geprägtem Rückentitel. (Ebd. restauriert, 3 St.a.T.).
Erstmalige Formulierung der Voraussetzungslehre! – Das Werk markiert eine wichtige Phase in der juristischen Laufbahn des Autors, der zu einem der einflussreichsten Vertreter der deutschen Pandektenwissenschaft und zum Mitgestalter des Bürgerlichen Gesetzbuches wurde. Windscheid untersucht die rechtlichen Mechanismen, die nach dem Code Civil (dem damaligen französischen Zivilrecht, das in weiten Teilen des Rheinlands als ‚Rheinisches Recht‘ fortgalt) zur Ungültigkeit von Rechtsgeschäften führen. In dieser Schrift entwickelte Windscheid erstmals seine berühmte Voraussetzungslehre. Er ging der Frage nach, was passiert, wenn eine von einer Partei stillschweigend vorausgesetzte Absicht oder ein Umstand wegfällt, ohne dass dies als ausdrückliche Bedingung in den Vertrag aufgenommen wurde. Diese Theorie übertrug er später auf das Gemeine Recht; sie bildet die historische Wurzel der heutigen Lehre von der Störung der Geschäftsgrundlage (§ 313 BGB). Obwohl sich das Buch mit französischem Recht befasst, wendet Windscheid die präzisen dogmatischen und systematischen Methoden der deutschen Rechtswissenschaft an, um die französischen Gesetzestexte zu durchdringen.
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