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GERDIL,G.S., Traité des Combats Singuliers. Turin 1759

Gerdil, Traité des Combats Singuliers. Turin 1759
Gerdil, Traité des Combats Singuliers. Turin 1759
Giacinto Sigismondo Gerdil

GERDIL, (Giacinto Sigismondo),

Traité des Combats Singuliers, dédié au Roi (de Sardaigne) par le P. Gerdil Barnabite, Précepteur de S.A.R. Monseigneur le Prince de Piémont. Turin, de L’Imprimerie Roiale, (1759).

8vo. Tb., XXXX, 372 S., 2 Bll., mit einem gravierten Porträt von Karl Emmanuel III. im Medaillon oberhalb des Widmungsblattes. Schlichter zeitgenössischer Interimskarton. (schöner, unbeschnittener Originalzustand).

Erstausgabe, gegen das Duellwesen seiner Zeit! – Gerdil versucht zu zeigen, daß das Duell als Form der Konfliktlösung weder mit der christlichen Moral noch mit einer vernunftbasierten staatlichen Justiz vereinbar ist. Das Buch gilt heute als wichtiges Zeugnis der rechts- und kulturhistorischen Aufarbeitung des europäischen Duellwesens im 18. Jahrhundert. Gerdil untersucht das Phänomen aus historischer, rechtlicher und moraltheologischer Sicht und führt die Entstehung von Duellen auf drei wesentliche Säulen zurück: 1. Die ‚wilde Freiheit‘ (liberté sauvage), als ein Überbleibsel aus archaischen Zeiten und frühen Stammesgesellschaften, in denen das Recht des Stärkeren galt. 2. Einen Ehrenkodex, der auf Ignoranz und moralischer Roheit basiert und gesellschaftlichen Druck über die Vernunft stellt. 3. Aberglaube und Ignoranz, kristallisiert im historischen Glaube an das ‚Gottesurteil‘, bei dem man fälschlicherweise annahm, Gott würde im Zweikampf der gerechten Seite den Sieg verleihen. – Der König von Sardinien hatte eine klare und praktische Abhandlung gegen die Praxis des gerichtlichen Duells in Auftrag gegeben, da diese dem Haus Savoyen oft seine besten Kräfte raubte, wie es im Frankreich des frühen 17. Jahrhunderts oft der Fall gewesen war. Verfasst wurde sie von dem savoyischen Theologen, Barnabiten-Pater und späteren Kardinal Hyacinthe Sigismond Gerdil (Giacinto Sigismondo Gerdil, 1718-1802). Gerdil verfasste das Buch während seiner Zeit in Turin, wo er als Erzieher des piemontesischen Thronfolgers (des späteren Königs Karl Emanuel IV.) am Hof von Sardinien-Piemont tätig war. Das Werk wurde in der königlichen Druckerei (Imprimerie Royale) in Turin veröffentlicht und dem amtierenden König Karl Emanuel III. gewidmet. – Cioranescu, XVIII, 30357; Thimm, Fencing & Duelling, S. 113.

Bestellnummer: 93631CB

Antiquariat: EUR 300,--