HUGO,G.v., Lehrbuch des Naturrechts. 01.A. Berlin 1798
Lehrbuch des Naturrechts, als einer Philosophie des positiven Rechts. Berlin, bey August Mylius, 1798.
Kl.-8vo. X, 220 S. Neuer Pappband.
Erste Ausgabe, die bedeutendste Fortsetzung der Kantischen Rechtslehre. – Das Werk gilt als ein Gründungsdokument der Historischen Rechtsschule und markiert eine entscheidende Wende in der Rechtsphilosophie. Hugo (1764-1844) bricht darin mit dem klassischen, überpositiven Naturrecht der Aufklärung. Er transformiert das Naturrecht stattdessen in eine ‚kritische Philosophie des positiven Rechts‘. Die Rechtsphilosophie darf laut Hugo nicht bloß Metaphysik sein. Sie muss sich am positiven (also von Menschen gesetzten und real praktizierten) Recht messen lassen. Hugos provokanter, empirischer und oft utilitaristischer Blick auf das Recht zog jedoch auch scharfe Kritik auf sich. Berühmt ist die fundamentale Kritik von Karl Marx im Jahr 1842, der Hugos Philosophie des positiven Rechts als ‚Skeptizismus‘, Rechtfertigung des Bestehenden und ‚Philosophie des Unrechts‘ attackierte. Das Buch erlebte aufgrund seiner überragenden Bedeutung mehrere, teils stark erweiterte Neuauflagen.
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Antiquariat: EUR 280,--

